Freitag, 4. Oktober 2013

Lediglich 20% der Programmierarbeit besteht aus kodieren


Zeiteinschätzungen und damit irgendeine Kostenfestsetzungen werden immer wieder gefordert.

Das Problem - im Schnitt beschäftigt sich ein Programmierer nur mit 20% seiner Arbeitszeit mit kodieren.

Die restlichen 80% bestehen aus Zeiten die sich aus Recherche, Konzipieren, Testen, Debugging, Meetings , Besprechen , und anderen Dingen die sich ergeben.

Andere Dinge sind z.B. Zeitverluste die bei Wiederaufnahme einer Arbeit nach Eingang von Antworten zu Rückfragen eintreten.

Das aber sind alles Dinge auf deren Verlauf man keinen oder nur sehr geringen Einfluss hat.

Gibt also ein Programmierer eine Zeit ab sind es immer Mondzeiten die in der Praxis nie eingehalten werden.

Das genau ist das Problem - Auftraggeber denen man eine Zeit genannt hat und die sich daraus einen Preis abgeleitet haben denken das ist ein Festpreis alles andere muss der Programmierer bzw. der Auftraggeber tragen.

Und es ergeben sich automatisch Terminprobleme daraus.

Auftragnehmer die sich darauf einlassen dürfen sicher sein das ihr Kunde für sie eine Eintagsfliege ist.

Auftraggeber die sich so verhalten dürfen sicher sein das sie ihren Programmierer verlieren werden auch wenn sie es sich nicht denken.
Pflege und ständige Aktualisierung wird somit ein Glücksspiel für den Auftraggeber.
Sollte er sich einen anderen Programmierer suchen wollen, muß der neue Auftragnehmer sich erst einmal in die bestehende Materie einarbeiten und das kann richtig Zeit kosten - Zeiten die von dem neuen nicht geschätzt werden können und somit geht das Spiel erneut los solange sich der Auftraggeber nicht auf Zeitabrechnung einlässt.

Tatsächlich ist die Auftragsübernahme einer Programmierung zu Festpreisen nie realistisch zu machen.
Und tatsächlich steht der absolute Aufwand erst dann fest wenn die Arbeit fertig ist.

Hat man eine Arbeit gemacht die durchaus aus relativ wenigen Zeilen bestehen kann , dann können sich daraus mehrere Tage an Arbeit ergeben und damit wird auch eine solche vom Code - Volumen kleine Arbeit richtig teuer.

Da schlagen dann Recherche, Konzipieren, Testen und Debugging voll durch.

Aus eigener Anschauung ergeben sich dann für höchst wirkungsvolle relativ kleine Plugins Preise von 400€, wobei man davon auch noch mehrere verkaufen muss damit es ein Geschäft wird.

Andere erkennen den enormen Vorteil sind aber höchstens bereit zwischen 40 bis 70 € auszugeben. Die haben den relativ kleinen Umfang im Kopf nicht aber den Aufwand der in Wirklichkeit dahinter steckt um zu den kleinen Umfang zu kommen der auch maßgeblich entscheidend ist um die gewünschte Wirkung zu erzielen - wird doch im konkreten Fall eine andere Programmierung damit ersetzt die aus über 2000 Zeilen besteht.

Ein anderes Problem ist der Umstand das Kunden nur eine vage Vorstellung von dem haben was sie insgesamt wollen.
So können bereits leichte Änderungen in dessen Vorstellungen dazu führen das Recherche und Konzeption etc. neu durchlaufen müssen, Kodierungen zu ändern sind und praktisch eine Menge von dem was bereits geleistet wurde den Bach herunter gegangen ist.

Wenn dann ein solcher Kunde dann noch irgendwelche Zeiten und damit verbunden Kosten im Hintergrund hat dann ist das Vorhaben schneller gestorben als es angelaufen ist.

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